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Tippen Sie auf eine Zahl – wir ordnen sie rechtlich ein.

Ratgeber · Daten & Fakten

Scheidung in Deutschland
– die Zahlen

Wer vor einer Trennung steht, fühlt sich schnell allein damit. Die Statistik zeigt etwas anderes – und dass sich das Bild seit Jahren wandelt. Tippen Sie auf eine Zahl, und wir ordnen sie rechtlich für Sie ein.

Eingeordnet von Rechtsanwältin Mieke Karcher · Frankfurt-Gallus · Stand 2026

Ihr Fall ist individuell

Hinter jeder Zahl steht eine eigene Geschichte.

Scheidungen 2025

130.100

Ehescheidungen – −39,2 % gegenüber 2003.

Die meisten dieser Verfahren laufen einvernehmlich – und das ist der größte Hebel für Dauer und Kosten. Sind sich beide einig, genügt oft ein Anwalt.

Einvernehmliche Scheidung →
51,7%

der geschiedenen Paare 2025 hatten minderjährige Kinder

In mehr als jeder zweiten Scheidung sind Kinder betroffen – 2025 rund 113.400 Minderjährige. Sorge- und Umgangsrecht werden nicht automatisch im Scheidungsverfahren geregelt – nur auf Antrag oder bei Streit entscheidet das Familiengericht.

Sorge- & Umgangsrecht →

Eheschließungen 2025

348.800

Hochzeiten – der niedrigste Stand seit 1950.

Immer weniger Paare heiraten, und wer heiratet, tut es später. Die sinkende Zahl der Scheidungen erklärt sich deshalb zum Teil schlicht daraus, dass die Basis – die Zahl bestehender Ehen – kleiner wird.

Ø Ehedauer

14 J. 7 Mon.

so lange hielten 2025 geschiedene Ehen im Schnitt.

Je länger eine Ehe gehalten hat, desto mehr gemeinsames Vermögen und Altersvorsorge ist aufzuteilen – Zugewinn- und Versorgungsausgleich gewinnen an Gewicht.

Wie lange ein Verfahren dauert →

Erstheirat-Alter steigt

Durchschnittsalter bei der ersten Ehe

1970er-Jahre ≈ 24 J.

Männer ≈ 25 · Frauen ≈ 23

2024 ≈ 34 J.

Männer 35,3 · Frauen 32,9

Wer später heiratet, bringt häufiger eigenes Vermögen, Immobilien oder Altersvorsorge in die Ehe. Eine Scheidungsfolgenvereinbarung kann hier früh Klarheit schaffen.

Scheidungsfolgenvereinbarung →

1 Jahr

Vor der Scheidung steht in aller Regel das Trennungsjahr. § 1565 BGB

Das Gesetz vermutet das Scheitern der Ehe erst nach einem Jahr des Getrenntlebens. Das Trennungsjahr kann auch innerhalb der gemeinsamen Wohnung laufen – entscheidend ist die Trennung „von Tisch und Bett".

Alles zum Trennungsjahr →

½

Die in der Ehe erworbenen Rentenanrechte werden hälftig geteilt. § 1 VersAusglG

Der Versorgungsausgleich läuft von Amts wegen mit – niemand muss ihn beantragen. Nur bei kurzen Ehen bis zu drei Jahren findet er ausschließlich auf Antrag statt.

Versorgungsausgleich →

seit 1977

kennt das deutsche Recht kein Schuldprinzip mehr.

Seit der Reform 1977 fragt das Gericht nicht mehr nach Schuld. Es zählt allein, ob die Ehe gescheitert ist – wer die Trennung „verursacht" hat, spielt für die Scheidung keine Rolle.

Ablauf der Scheidung →

Paarkonstellation 2025

97 % verschiedengeschl. ≈ 3 % gleichgeschl.

Seit Oktober 2017 steht die Ehe allen Paaren offen („Ehe für alle"). Für die Scheidung gelten dieselben Regeln – unabhängig von der Geschlechterkonstellation.

„Statistik beschreibt das Typische. Ihre Trennung ist es nicht – sie verdient eine Lösung, die zu Ihrem Leben passt."

— Rechtsanwältin Mieke Karcher, Frankfurt

Trend 2000–2025

Der Scheidungstrend im Verlauf

Die Scheidungsziffer gibt an, wie viele von je 1.000 Ehen rechnerisch geschieden werden. Sie hat ihren Höchststand Mitte der 2000er-Jahre längst hinter sich gelassen. Schalten Sie auf die Ehedauer um – sie zeigt die Gegenbewegung: Ehen, die geschieden werden, hielten zuletzt deutlich länger.

2000 2005 2010 2015 2020 2025 250 300 350 400 450 je 1.000 Ehen 2000: 373,1 je 1.000 Ehen 2001: 383,6 je 1.000 Ehen 2002: 401,2 je 1.000 Ehen 2003: 424,1 je 1.000 Ehen 2004: 424,9 je 1.000 Ehen 2005: 403,7 je 1.000 Ehen 2006: 384,9 je 1.000 Ehen 2007: 379,4 je 1.000 Ehen 2008: 391,0 je 1.000 Ehen 2009: 380,9 je 1.000 Ehen 2010: 389,0 je 1.000 Ehen 2011: 391,0 je 1.000 Ehen 2012: 374,9 je 1.000 Ehen 2013: 357,1 je 1.000 Ehen 2014: 353,6 je 1.000 Ehen 2015: 347,1 je 1.000 Ehen 2016: 346,3 je 1.000 Ehen 2017: 328,6 je 1.000 Ehen 2018: 318,5 je 1.000 Ehen 2019: 320,4 je 1.000 Ehen 2020: 308,3 je 1.000 Ehen 2021: 309,0 je 1.000 Ehen 2022: 292,5 je 1.000 Ehen 2023: 277,5 je 1.000 Ehen 2024: 280,3 je 1.000 Ehen 2025: 284,3 je 1.000 Ehen
Datentabelle anzeigen
Scheidungsziffer und durchschnittliche Ehedauer in Deutschland, 2000–2025
Jahr Scheidungen je 1.000 Ehen Ø Ehedauer (Jahre)
2000 373,1 12,9
2001 383,6 12,9
2002 401,2 12,9
2003 424,1 13,1
2004 424,9 13,4
2005 403,7 13,6
2006 384,9 13,7
2007 379,4 13,9
2008 391,0 14,1
2009 380,9 14,3
2010 389,0 14,2
2011 391,0 14,5
2012 374,9 14,6
2013 357,1 14,7
2014 353,6 14,7
2015 347,1 14,9
2016 346,3 15,0
2017 328,6 15,0
2018 318,5 14,9
2019 320,4 14,8
2020 308,3 14,7
2021 309,0 14,5
2022 292,5 15,1
2023 277,5 14,8
2024 280,3 14,7
2025 284,3 14,6

Quellen

  • Statistisches Bundesamt: „0,6 % mehr Scheidungen und 0,1 % weniger Eheschließungen im Jahr 2025", Pressemitteilung Nr. 220 vom 26. Juni 2026. destatis.de
  • Statistisches Bundesamt: „Maßzahlen zu Ehescheidungen" (Zeitreihe Scheidungsziffer und Ehedauer, 2000–2025). destatis.de
  • Statistisches Bundesamt: „Eheschließungen 2024", Pressemitteilung PD26_N010 vom Februar 2026. destatis.de

Für Redaktionen

Die Zahlen und Grafiken dieser Seite beruhen auf amtlichen Daten des Statistischen Bundesamts und dürfen mit Quellenangabe und Link auf diese Seite zitiert werden. Für Einordnungen und O-Töne rund um Trennung und Scheidung steht Rechtsanwältin Mieke Karcher zur Verfügung – Anfrage über die Kontaktseite.

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