Zum Inhalt springen

Wie läuft ein Scheidungstermin ab? Der Termin vor dem Familiengericht Schritt für Schritt

Der Scheidungstermin ist der Moment, vor dem viele Mandanten am meisten Respekt haben. In der Praxis läuft er jedoch oft kürzer und sachlicher ab, als befürchtet. Das Gericht klärt einige feste Fragen, entscheidet in der Regel zugleich über den Versorgungsausgleich und spricht die Scheidung durch Beschluss aus. Dieser Beitrag führt Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf und zeigt, was Sie mitbringen sollten.

  1. 1 Beide Eheleute müssen persönlich erscheinen (§ 128 FamFG); das Gericht klärt Trennungsjahr und Scheidungswunsch.
  2. 2 Der Termin ist nicht öffentlich (§ 170 GVG) und meist kürzer als befürchtet.
  3. 3 In der Regel wird zugleich über den Versorgungsausgleich entschieden; die Scheidung ergeht durch Beschluss.

Was geschieht im Scheidungstermin?

Die Scheidung wird durch einen gerichtlichen Beschluss ausgesprochen. Diesem Beschluss geht ein mündlicher Scheidungstermin voraus: ein Termin vor dem Familiengericht, das beim Amtsgericht angesiedelt ist.

Der Termin hat einen festen Zweck: Das Gericht überzeugt sich davon, dass die Voraussetzungen der Scheidung vorliegen, klärt in der Regel den und spricht die Scheidung anschließend aus. Bei einer ist das ein überschaubarer Vorgang ohne Beweisaufnahme.

Der Scheidungstermin ist der formale Schlusspunkt des Verfahrens, kein Streitgespräch, sondern eine sachliche Anhörung mit klarem Ablauf.

Persönliches Erscheinen und Anhörung

Beide Ehegatten müssen zum Termin persönlich erscheinen. Das Gericht hört Sie persönlich an (§ 128 FamFG), um sich einen unmittelbaren Eindruck zu verschaffen und nicht nur die Schriftsätze der Anwälte zur Kenntnis zu nehmen.

Typischerweise stellt das Gericht einige feste Fragen: seit wann Sie getrennt leben, ob das abgelaufen ist und ob beide tatsächlich geschieden werden wollen. Damit prüft das Gericht das Scheitern der Ehe (§ 1565 BGB). Im einvernehmlichen Fall geht es nicht um Schuld oder die Gründe der Trennung: Das Gericht muss diese nicht erforschen.

Die Antworten gibt jeder Ehegatte für sich. Es genügt, ruhig und wahrheitsgemäß zu schildern, wie die tatsächliche Situation aussieht.

Anwaltszwang: Wer vertreten sein muss

Vor dem Familiengericht herrscht (§ 114 FamFG). Den Scheidungsantrag kann nur stellen, wer anwaltlich vertreten ist: Die antragstellende Seite braucht also in jedem Fall einen Anwalt.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung muss der zustimmende Ehegatte dagegen keinen eigenen Anwalt mitbringen. Er stimmt dem Antrag im Termin schlicht zu. Das spart die Kosten einer zweiten Vertretung; das setzt aber voraus, dass tatsächlich Einigkeit besteht und keine eigenen Anträge gegen die andere Seite gestellt werden sollen.

Der Versorgungsausgleich im selben Termin

In der Regel entscheidet das Gericht im Scheidungstermin zugleich über den Versorgungsausgleich: die Aufteilung der in der Ehe erworbenen Rentenanrechte. Er wird grundsätzlich von Amts wegen durchgeführt und gehört damit zum Verfahren dazu.

Voraussetzung ist, dass die Auskünfte der Versorgungsträger vorliegen. Genau das bestimmt häufig, wann der Termin überhaupt angesetzt werden kann. Liegen die Auskünfte vor, kann das Gericht die Scheidung und den Versorgungsausgleich zusammen aussprechen.

Was muss ich zum Scheidungstermin mitbringen?

Der Termin ist nicht öffentlich: In Familiensachen ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen (§ 170 GVG). Im Saal sind grundsätzlich nur Sie, Ihr jeweiliger Anwalt und das Gericht. Bei einer einvernehmlichen Scheidung dauert der Termin oft nur kurz.

Checkliste für den Termin

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass: Das Gericht prüft damit Ihre Identität.
  • Soweit angefordert: die Heiratsurkunde oder weitere Unterlagen.
  • Pünktliches Erscheinen; planen Sie etwas Zeitpuffer ein.
  • Bei Verständigungsproblemen: rechtzeitig einen Dolmetscher organisieren.

Vom Beschluss zur Rechtskraft

Am Ende des Termins spricht das Gericht die Scheidung durch Beschluss aus. Ob die Scheidung damit sofort wirksam ist, hängt von einem letzten Schritt ab.

Verzichten beide Ehegatten, gegebenenfalls durch ihre Anwälte, im Termin auf Rechtsmittel, wird der Beschluss sofort rechtskräftig. Verzichtet eine Seite nicht, beginnt eine einmonatige Rechtsmittelfrist; erst nach deren Ablauf wird die Scheidung rechtskräftig. Mit der Rechtskraft ist das Verfahren abgeschlossen: Sie gelten ab diesem Zeitpunkt als geschieden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Der genaue Ablauf kann sich je nach Gericht und Einzelfall unterscheiden. In einem persönlichen Gespräch bereiten wir Sie gezielt auf Ihren Scheidungstermin vor.

Fazit: Ein sachlicher Termin mit klarem Ziel

Der Scheidungstermin ist in aller Regel ein kurzer, nicht öffentlicher Termin mit festem Ablauf und verläuft deutlich sachlicher, als viele Mandanten befürchten. Beide Ehegatten müssen persönlich erscheinen, das Gericht hört Sie zum Scheitern der Ehe an und spricht die Scheidung anschließend durch Beschluss aus.

Wer die Ausweispapiere dabei hat und die wesentlichen Folgen vorab geklärt hat, erlebt den Termin als das, was er ist: den formalen Abschluss eines Verfahrens. Wir bereiten Sie auf jede der typischen Fragen vor.

Termin persönlich vorbereiten

Häufige Fragen

Müssen beide Ehegatten zum Scheidungstermin persönlich erscheinen?

Ja. Das Gericht hört beide Ehegatten persönlich an (§ 128 FamFG). Ein Erscheinen nur über den Anwalt genügt grundsätzlich nicht, weil das Gericht sich einen unmittelbaren Eindruck verschaffen will, etwa davon, dass beide die Scheidung tatsächlich wollen.

Was fragt das Gericht im Scheidungstermin?

In der Regel fragt das Gericht, seit wann Sie getrennt leben, ob das Trennungsjahr abgelaufen ist und ob beide geschieden werden wollen. Damit prüft es das Scheitern der Ehe (§ 1565 BGB). Tiefergehende Fragen nach den Gründen für die Trennung stellt das Gericht im einvernehmlichen Fall meist nicht.

Ist der Scheidungstermin öffentlich?

Nein. In Familiensachen ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen (§ 170 GVG). Im Saal sind grundsätzlich nur die Ehegatten, ihre Anwälte und das Gericht.

Wann ist die Scheidung nach dem Termin rechtskräftig?

Verzichten beide Ehegatten, gegebenenfalls durch ihre Anwälte, im Termin auf Rechtsmittel, wird der Beschluss sofort rechtskräftig. Ohne Verzicht läuft eine Rechtsmittelfrist von einem Monat, nach deren Ablauf die Scheidung rechtskräftig wird.

Rechtsgrundlagen & Quellen

Inhaltlicher Stand · 17.06.2026

Erstberatung

Fragen zu Ihrem Fall?

Das ordnen wir im persönlichen Erstgespräch - vor Ort oder online.

Erstberatung anfragen